Apfelessig
Gesundheitselixier, Wundermittel, Zaubertrank, Schlankmacher,
Lebensverlängerer...
es gibt scheinbar nichts, was Apfelessig nicht kann – wenn man die
Fülle der „Apfelessig-Literatur“ Revue passieren lässt. Aber es ist wie mit so vielen Dingen: Apfelessig ist natürlich kein
Alleskönner, auch wenn pfiffige Autoren und Geschäftsleute (Stichwort
Apfelessig-Kapseln!) einem das glauben machen wollen. Und wer meint, bei unverändert stressiger Lebensführung, ungesunder
Kost und hohem Genussmittelkonsum im Apfelessig das Mittel gefunden zu haben,
das auf einen Schlag alle negativen Auswirkungen unseres modernen Lebens
beseitig, irrt. Ein derartiges Mittel
gibt es nicht. Trotzdem: Die förderlichen Wirkungen von Apfelessig sind noch vielfältig genug.
Aus Forschungen des „Apfelessig-Pioniers“ Dr. Jarvis (1881-1945), in neuerer
Zeit aus den Beobachtungen von Dr.
Bragg (Natürlicher Apfelessig. Das Gesundheitselixier. Ritterhude 1995) und
anderen Autoren weiß man um die Inhaltsstoffe von Apfelessig und im großen
und ganzen deren Wirkung auf den menschlichen Organismus. Apfelessig ist ein altes Hausmittel,
das u.a. im osteuropäischen Raum auch heute noch vielfältig angewendet wird. Dem „Schlüsselmineral“ Kalium,
das im Apfelessig besonders reichlich enthalten ist, kommt eine wesentliche Wirkung auf unseren
Organismus zu. Kalium hat Einfluß auf die Entgiftung des Körpers, fördert
Gehirn- und Nerventätigkeit. Erschöpfungszustände, Appetitlosigkeit und
Antriebsarmut können ihre Ursache u.a. im Kaliummangel haben. Allerdings kann der tägliche Kaliumbedarf nicht allein durch
Apfelessig gedeckt werden. Die Ernährung insgesamt sollte ausgewogen sein. |
Einigen Inhaltsstoffen von
Apfelessig wird eine Wirkung im Zusammenhang mit der Senkung des
Cholesterinspiegels und der Normalisierung des Blutdruckes zugeschrieben.
Apfelessig fördert die Kohlehydrat- und Fettverdauung, dämpft das
Hungergefühl und setzt die Lust auf Süßes herab. Als Gurgelmittel bei Halsschmerzen wird Apfelessig empfohlen, als
Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen und schon Hildegard von Bingen
(1098-1179) wusste zu berichten, dass Apfelessig „das Stinkende im Menschen
reinigt und dafür sorgt, dass sein Essen den rechten Weg geht.“ „Morgenmuffeln“ wird der schon von Dr. Jarvis beschriebene Apfelessig-Trunk empfohlen: Auf ein Glas
Mineralwasser (wahlweise Obstsaft) wird etwa ein Teelöffel voll (nicht mehr)
Apfelessig genommen. Zur besseren Verträglichkeit kann etwas Honig mit eingerührt werden. Den Trunk
kann man morgens und zu allen Tageszeiten zu sich nehmen. Er kurbelt den
Stoffwechsel an. Auch als Durstlöscher an heißen Sommertagen ist dieser Trunk
empfehlenswert. Apfelessig lässt
sich aber nicht nur gegen allerlei Zivilisationszipperlein innerlich
einsetzen, sondern auch äußerlich
verwenden. So schwören manche Frauen (und Männer), die unter
Krampfadern leiden, auf die wohltuende (das Grundleiden natürlich nicht
beseitigende) Wirkung von Apfelessigeinreibungen. Ein Fußbad, dem etwas
Apfelessig zugesetzt ist, hat sich bei brennenden und geschwollenen Füßen
bewährt, Fußpilz lässt sich mit einer mehrmaligen Benetzung mit Apfelessig
zurückdrängen und zusammen mit Olivenöl ergibt Apfelessig einen
wunderschönen, die Haut straffenden und belebenden Badezusatz. Wie für alle Mittel,
die aus der Volksmedizin stammen, gilt natürlich auch für Apfelessig:
Krankheiten gehören in die Obhut des Arztes und von einer Selbstmedikation in
Krankheitsfällen ist sicher dringend abzuraten. Auch wer sich mit dem
Gedanken einer Apfelessig-Kur trägt oder Apfelessig zu diätischen Zwecken
anwenden möchte: eine Nachfrage beim Hausarzt kann nicht schaden (Essig & Öl Kontor
2/2005) |
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