Oliven und Olivenöl

Jahrtausendalte Geschichte

Der Olivenbaum hat eine lange Geschichte. Einige tausend Jahre lang wird er in den Ländern des Mittelmeeres kultiviert.

In der Bibel wird er über sechzigmal erwähnt und man weiß, dass der Olivenbaum zusammen mit dem Weinstock und dem Feigenbaum für die Menschen Reichtum bedeutete.

 

 

(Uralter Olivenbaum in Palma de Mallorca)

 

Auch heute noch ist der Ölbaum ein großer wirtschaftlicher Faktor.

Aber die Subventionspolitik in Europa führt dazu, dass – wie in vielen Bereichen der Lebensmittelproduktion – die kleineren Olivenölproduzenten zunehmend unter dem Preisverfall leiden.

 

 

Dabei sind es gerade die kleineren Produzenten, die in handwerklicher Tradition Qualitätsöle liefern, deren Entstehung sich vom Olivenbaum und seiner Pflege über die Olivenernte und das anschließende Mahlen und Pressen für den Kunden nachvollziehen lässt.

Olivenöle aus kontrolliert ökologischem Anbau sind dabei in der Regel Spitzenöle, auch wenn es durchaus Olivenöle aus konventionellem Anbau in 1-A-Qualität zu kaufen gibt.

 

 

 

 Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl. Je nach Herkunft, Zeit und Art der Gewinnung und der Olivensorte unterscheiden sich die Öle z.T. erheblich. Sie variieren in der Farbe von Hellgelb bis Dunkelgrün, duften zart bis intensiv und in den Geschmacksnuancen kann Olivenöl kräftig oder mild schmecken, süßlich oder bitter, fruchtig oder eher nussig und Feinschmecker entdecken sogar Aromen von Artischocken, Tomaten, Bananen, Äpfeln oder Gras etc

Geschmack als Spiegelbild der Landschaft, in der die Olivenbäume wachsen.

 

Güteklassen

 

Seit 1990 (geändert 2001)  gibt es in der Europäischen Gemeinschaft verbindliche Qualitätsmerkmale für Olivenöl, die sich insbesondere am Anteil freier Fettsäuren orientieren:

 

Erste Güteklasse: Olivenöl nativ extra, d.h. schonende Pressung und höchstens 0,8 Gramm Fettsäuren pro 100 g Öl.

 

Zweite Güteklasse: Olivenöl nativ, d.h. stärkere Pressung und damit höhere Wärmegrade, Fettsäuren höchstens 2 Gramm pro 100 g Öl.

 

Dritte Güteklasse: Olivenöl Standard. In dieser Güteklasse kann Olivenöl mit chemischen Lösungsmitteln extrahiert und anschließend raffiniert (gereinigt) werden. Zur Geschmacksverbesserung wird dieses Öl z.T. mit nativem Olivenöl verschnitten.

 

Aus kontrolliert ökologischem Anbau erhalten Sie nur Olivenöl nativ extra (=1. Güteklasse)

Achten Sie darauf, dass jedes Olivenölgebinde mit einer EG-Kontrollnummer bzw. der Chiffre einer EG-Kontrollstelle (z.B. DE-003 Öko-Kontrollstelle) versehen ist.

 

Ab 1.11.2003 darf das Wort „kaltgepresst“ nur noch für Öle verwendet werden, die beim Pressen auf nicht mehr als 27 Grad Celsius erwärmt werden.

 

 

 

 

 

 

 

Aufbewahrung von Olivenöl

 

In Griechenland und vielen anderen Ländern des Mittelmeeres bewahrte man Olivenöl in tönernen Amphoren auf, in denen es in alten Zeiten auch über das Meer transportiert wurde.

 

 

 

Ton oder Steingut ist auch heute noch ein gutes Material, weil es nur sehr langsam auf Temperaturunterschiede reagiert. Auch wird das Öl vor Licht geschützt.

Licht und Sauerstoff können die Qualität des Öls beeinträchtigen. Deshalb sind dunkle Glasflaschen auch gut geeignet oder Metallkanister. Olivenöl, das in hellen Flaschen abgefüllt ist, sollte man dunkel lagern. Die Lagertemperaturen sollten kühler Zimmertemperatur, also ca. 16-18 Grad C., entsprechen.

Im Kühlschrank wird Olivenöl trüb und dickflüssig. Ein Zustand, der sich allerdings bei Zimmertemperatur wieder verliert und das Öl in der Qualität nicht beeinträchtigt.

 

 

 

 

Tipp:

 

Olivenöl als Badezusatz

 

 

Die Anhänger natürlicher Heilmethoden sehen in Olivenöl nativ extra mehr als nur ein Nahrungsmittel. Auch das Wasser für ein entspannendes Bad kann mit Olivenöl angereichert werden. Wer brüchige Nägel hat, sollte die Fingerspitzen in lauwarmes Öl halten. Massagen mit Olivenöl sollen außerdem die Schmerzen bei Arthritis lindern.

 

 

 

 

 

 

 

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© Essig & Öl Kontor 1/2004